Kulturforschung & Museen Bildende Kunst

Kunsthalle Mannheim

Kunsthalle Mannheim
Kunsthalle Mannheim

Von 1909 bis heute


Seit hundert Jahren wird hinter der Fassade des markanten Jugendstilgebäudes systematisch moderne Malerei und Skulptur gesammelt. Hier, am Fuß des Wasserturms - dem Wahrzeichen Mannheims - entstand 1909 mit bürgerschaftlichem Engagement die städtische Kunsthalle. Von hier aus eroberte 1925 der Begriff "Neue Sachlichkeit" die Kunstwelt. Heute ziehen Künstler von Weltrang - unter ihnen Edouard Manet, Max Beckmann und Francis Bacon - Besucher aus ganz Deutschland an.

Das Spektrum der Sammlung reicht vom französischen Impressionismus über den deutschen Expressionismus und die Neue Sachlichkeit bis in die Gegenwartskunst. Die deutschlandweit bekannte Skulpturensammlung beeindruckt mit Werken von Auguste Rodin und Wilhelm Lehmbruck, Henry Moore und Max Ernst, Mario Merz und Richard Long.

Ein international orientiertes, zeitgenössisches Ausstellungsprogramm im 1983 entstandenen Anbau am Friedrichsplatz komplettiert das Profil. Mit attraktiven Kunstvermittlungsangeboten für alle Generationen und Wünsche knüpft die Kunsthalle an das Motto ihres Gründungsdirektors Fritz Wichert an: "Kunst für alle".

Eine Generalsanierung wird ab 2010 dem heterogenen Museumskomplex eine zeitgemäße Architekturqualität verleihen und der legendären Kunsthalle Mannheim den Weg in die Zukunft ebnen.

Veranstaltungen 2011

Ré Soupault - Künstlerin im Zentrum der Avantgarde

13.02. - 08.05.2011

Mit einer umfassenden Retrospektive Ré Soupault – Künstlerin im Zentrum der Avantgarde vom 13. Februar 2011 bis zum 8. Mai 2011 präsentiert die Kunsthalle Mannheim erstmals das Gesamtwerk einer der faszinierendsten Persönlichkeiten der europäischen Avantgarde der 1920er und 1930er Jahre. Ré Soupault (1901-1996) verband in ihrem reich facettierten Werk als Fotografin, Modeschöpferin, Journalistin, Filmemacherin und Übersetzerin die modernsten Kunstströmungen in Deutschland und Frankreich. Ihr Weg führte sie vom Bauhaus Weimar in die Metropolen Berlin und Paris und dort ins Herz des Surrealismus. Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Nachlassverwalter der Künstlerin entsteht, verortet Ré Soupault mit allen Aspekten ihres Lebenswerks im Netzwerk der Avantgarde – im Spiegel der Kunst ihrer Zeit.


Thomas Hirschhorn: It´s burning everywhere
12.03. - 13.06.2011

Mit Thomas Hirschhorn (*Bern) lädt die Kunsthalle einen der kontroversesten Vertreter der Gegenwartskunst ein. Der Künstler wird eines seiner überdimensionalen Environments präsentieren. Wie ein Alptraum wirkt die wilde Assoziationslandschaft im von Zivilisationsmüll überladenen, für den Besucher kaum zugänglichen Museumsraum. Die Akkumulation aus Objekten und Bildern - tausenden billigen Verpackungen und zugerichteten Schaufensterpupen, Fotos aus Zeitschriften und dem Internet, Silberfolie und Klebeband - ist ein anarchischer Kommentar zum globalisierten Spätkapitalismus und zu gesellschaftspolitischen Konfliktstellungen der Gegenwart: "Chaos ist die Welt, in der ich lebe und Chaos ist die Zeit, in der ich liebe."




Bruce Nauman - Der wahre Künstler

28.05. - 21.08.2011

Eröffnung: FR 27.05.2011, 19.30 Uhr


Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection
in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie Berlin

Gefeiert als einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart, fordert Bruce Nauman (*1941 USA, lebt in Gallisteo, New Mexico) seit 50 Jahren sein weltweites Publikum heraus, Kunst immer wieder vom Nullpunkt aus zu denken. Seine Skulpturen und Installationen, Videos und Performances, Sprach- und Neonarbeiten sind Versuchsanord-nungen, in die der Betrachter hineinstolpert wie in offene Fallen. Mit zehn, teils raumgroßen Schlüsselwerken von 1967 bis 2001 präsentiert die Kunsthalle einen Querschnitt durch alle Werkfacetten des Ausnahmekünstlers: Kunst, die uns plötzlich klarmacht, wer wir sind und wie unsere Welt zu verstehen ist.



Jan Lauwers and Needcompany

The Houses of Our Fathers

03.06. - 13.06.2011

Performance-Termine: 03. + 04. Juni, 18-23 Uhr, 5. Juni, 15-18 Uhr


Kooperation mit dem Nationaltheater Mannheim und Schillertage 2011


Die Kunsthalle bietet dem grandiosen flämischen Grenzgänger zwischen Theater, Tanz und Performance, Installation, Video und Musik - Jan Lauwers - und seiner 1986 gegründeten Needcompany den musealen Rahmen für eine multimediale Entfaltung in Raum und Zeit. Lauwers installiert im Vetter-Forum eine begehbare Raumskulptur mit Materialien aus den Depots der Kunsthalle und dem Nachlass seines Vaters. Sie wird zur Bühne für einige mehrstündige Performances der Needcompany. In dieser „all over"-Dramaturgie ist das Publikum der existentiellen Erfahrung eigener Entscheidungen ausgesetzt: Niemand kann alles zugleich erleben.


Entdeckt!

Rebellische Künstlerinnen in der DDR

2. Juli 2011 – 9. Oktober 2011
Eröffnung: Freitag, 1. Juli, 19.30 Uhr

Feministische Kunst in der DDR? Als erstes und einziges Museum der Alten Bundesländer widmet die Kunsthalle einem so brisanten wie überraschenden Aspekt der Kunstgeschichte im anderen Deutschland eine Ausstellung. Nie haben die Fotografien, Filme, Performances und Grafiken einer kleinen Gruppe jüngerer Künstlerinnen das Licht der sozialistischen Kunstöffentlichkeit erblickt. Die Dresdener Kuratorin Susanne Altmann zeigt nun, wie nah diese inoffizielle Kunst der späten DDR in Qualität und Ausdruck dem internationalen Feminismus vor allem in den USA gewesen ist: über Grenzen hinweg wurden rebellische Künstlerinnen zu Pionieren heutiger Konzeptkunst.

4. Fotofestival Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg
The Eye is a Lonely Hunter

Eröffnung: FR, 09.09.2011, 19 Uhr
Dauer: 10.09.–06.11.2011


Zum 4. Fotofestival der Metropolregion unter dem Titel „Das Auge ist ein einsamer Jäger. Bilder der Menschheit" präsentiert die Kunsthalle Mannheim die Themenschau „Rolle und Ritual", kuratiert von Katerina Gregos (Brüssel) und Solvej Helweg Ovesen (Berlin). Fotografien, Filme und Installationen von 15 Künstlern aus fünf Kontinenten zeigen, wie stark Rituale nicht nur Kunstprozesse, sondern auch das Alltagsleben formen und bestimmen. In den Focus geraten spirituelle wie theatralische Rituale, in denen sich soziale Rollen und Codes manifestieren, ob sie nun in afrikanischen Ländern oder auf europäischen Bühnen zelebriert werden.


PREMIERE_2: NASAN TUR

Eröffnung: FR, 11.11.2011, 19.30 Uhr, Eintritt frei!
Dauer: 12.11.2011–19.02.2012

Der gebürtige Offenbacher Nasan Tur (*1974) liebt das Spiel mit der Wahrnehmung. Seine performativen Interventionen und Videoarbeiten, Skulpturen und Installationen gehen meist unmittelbar vom alltäglichen Leben aus. Ob er sich für seinen Personalausweis einen „Türkenschnauzer“ wachsen lässt, oder Graffitibotschaften von Berliner Häuserfassaden auf die Museumswand sprayt (Time for Revollusion) – Nasan Tur untersucht und hinterfragt die Realität auf subtile und humorvolle Weise. Für die Ausstellung „Premiere_2: Nasan Tur“ konzipiert der Künstler jetzt eine Videoinstallation, die vom 12. November 2011 bis zum 19. Februar 2012 in der Kunsthalle Mannheim erstmals zu sehen sein wird.

„Premiere“ – das ist ein neues Ausstellungsformat der Kunsthalle Mannheim: Eine flexible Plattform für lebendige Strömungen und Entwicklungen der Gegenwartskunst. Einmal jährlich stehen Werke ausgewählter internationaler Künstler, die gerade noch produziert wurden erstmals der Öffentlichkeit zur Diskussion. In einem dynamischen Prozess werden immer wieder neue Räume des Museums zum Experimentierfeld künstlerischer Ausdrucksformen. Nach einem erfolgreichen Auftakt mit dem Spanier Enrique Marty 2010, konzipiert derzeit Nasan Tur eine Videoinstallation für die Ausstellungsreihe




Private Passions
Sammeln in Mannheim

Eröffnung: SO, 27.11., 11 Uhr
Dauer: 27.11.2011–26.02.2012

Zum Jahresende präsentiert die Kunsthalle Mannheim mit Kunst der Klassischen Moderne und der Nachkriegszeit einen einzigartigen Einblick in die verborgenen Schätze Mannheimer Privatsammlungen. Leidenschaft zeichnet die Sammlerinnen und Sammler der Stadt heute noch genauso aus wie zu Gründungszeiten der Kunsthalle. Die Ausstellung ermöglicht - in sinnvoller Ergänzung der während der Generalsanierung konzentrierten Schausammlung - einen hervorragenden Überblick über die Kunstentwicklung im 20. Jahrhundert: vom Symbolismus und Impressionismus über den Expressionismus und die Neue Sachlichkeit bis hin zu Informel und Nouveau Realisme.


Veranstaltungen 2012

PIPILOTTI RIST - Augapfelmassage
25.03.-24.06.2012
Eröffnung 24.03.2012, 18.00 Uhr

Die Schweizerin Pipilotti Rist zählt weltweit zu den bekanntesten
zeitgenössischen Videokünstlerinnen.

Seit den 1980er Jahren schafft sie Videoprojektionen, Skulpturen und Installationen, die durch ihre kreative filmische Ausdruckskraft begeistern. In rauschhaften, farbintensiven Bilderfluten werden Themen wie Körperlichkeit und Identität umkreist. Die Kunsthalle Mannheim präsentiert eine umfassende Retrospektive mit 30 Videoarbeiten, Skulpturen und raumgreifenden Installationen aus 25 Jahren. Ein Highlight ist die neue Arbeit Administrating Eternity – eine überwältigende visuelle Landschaft. Eine Ausstellung organisiert von der Hayward Gallery, Southbank Centre, London in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Mannheim.



Hector Förderpreis 2012 - Für Bildhauerei Installation und Objektkunst
20.07.-28.10.2012

Alle drei Jahre vergeben die Kunsthalle Mannheim und die
H.W. & J. Hector Stiftung zwei bedeutende Preise für Bildhauerei,
Objektkunst und Rauminstallation. Der Hector Förderpreis ist für
junge KünstlerInnen im deutschsprachigen Raum bestimmt.
Mit dem Hector Kunstpreis wird ein bereits international
anerkannter Künstler geehrt. Neben den Parallelpräsentationen
der beiden Preisträger stellen sich ausgewählte Förderpreiskandidaten vor. Juroren waren unter anderem Biennale-Kuratorin
Susanne Gaensheimer, Yilmaz Dziewior, Direktor Kunsthaus
Bregenz, und der Hector Kunstpreisträger 2009: Tobias Rehberger.



DELTA BEBEN
22.07.2012 - 02.09.2012

Aktuelle Kunst im Rhein-Neckar-Delta sowie im Radius
von Karlsruhe und Heidelberg bis Kaiserslautern und Mainz steht
im Fokus eines neuen Formats der Metropolregion. Dafür schließen
sich erstmals Kunsthalle, Kunstverein und Stadtgalerie Mannheim
zusammen. Im Zweijahresrhythmus, alternierend mit dem
Wilhelm-Hack-Museum und Kunstverein Ludwigshafen, bietet
die jurierte Ausstellung eine Entdeckungsreise in die regionale
Kunst- und Künstlerszene. Bewerben können sich Künstlerinnen
und Künstler aller Altersgruppen mit Bezug zur Metropolregion
Rhein-Neckar.

Infos und Voraussetzungen unter www.kunsthallemannheim.
de, Einsendeschluss 29.02.2012

Besucher im letzten Jahr

55.400

Veranstaltungsorte

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Kunsthalle Mannheim

Friedrichsplatz 4
68165 Mannheim

Telefon 0621 293-6452/-6430
Fax 0621 293-6412


www.kunsthalle-mannheim.de

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